Neue Toilettenanlage an der Nödenstraße
Toilettenanlage Nödenstraße von innen
Bankkarte an den Sensor halten, somit 50 Cent bezahlen – und schon signalisiert ein lauter Summer, dass die Tür zum stillen Örtchen geöffnet ist. Die neue Toilettenanlage an der Nödenstraße in Rotenburg geht mit dieser Raffinesse an den Start. Nicht allein aus Spaß an der Bezahltechnik, sondern aus einer Notwendigkeit heraus: Sie soll eine Hürde für diejenigen sein, die die Anlage mit schlechten Absichten betreten wollen.
Der Zugang, der nur mittels Giro-Card oder Kreditkarte funktioniert, ist auf wiederkehrende Vandalismusfälle in Rotenburger Toilettenanlagen zurückzuführen. Mit dem Einsatz der Bezahlfunktion erhofft sich die Rotenburger Stadtverwaltung, dass diese zumindest im Innenraum abnehmen.
Der Gedankengang: Wer seine Karte an den Sensor hält und damit seine Daten zur Abbuchung an den Bezahldienstleister übermittelt, überlegt es sich mit dem Ausleben seiner Zerstörungswut vielleicht zweimal. Ein Toilettengang kostet aktuell 50 Cent. Gewinne wird die Stadt Rotenburg damit nicht generieren. Das Geld fließt in den Erhalt der Anlage.
Weitere technische Feinheiten: Die Toilettenbrille wird nach jeder Nutzung eingezogen und automatisch gereinigt. Wer beispielsweise mit dem Rollstuhl in die Kabine will, den unterstützt bei Nutzung des Euro-Schlüssels eine sich automatisch öffnende Tür. Zudem befindet sich seitlich der Tür ein Wasserspender an der Außenwand, der nach dem letzten Frost des Frühlings aktiviert wird. Im Innenraum befinden sich zudem ein Wickeltisch und Pissoir. Natürlich gibt es auch eine Möglichkeit, sich die Hände mit Seife zu waschen.
Rund 96.000 Euro hat der Kauf und die Installation der Anlage gekostet. Die Städtebauförderung bezuschusst das Projekt mit zwei Dritteln, ein Drittel kommen als Eigenanteil von der Stadt.
Mit der neuen Toilettenanlage hat die Innenstadt nun ein „Örtchen“ mehr zur Verfügung. Die nächste öffentliche Toilette steht auf dem Neuen Markt, zu den Öffnungszeiten können Bürgerinnen und Bürger auch auf die sanitären Anlagen im Rathaus zurückgreifen. Diese stehen oft auch bei größeren Veranstaltungen – wie zuletzt beim Advents-Leuchten – zur Verfügung. Nicht zu vergessen sind die sanitären Anlagen im Kantor-Helmke-Haus und am Bahnhof Rotenburg.