Melkus Borchel schließt

Ab 2016 kein Melkhusbetrieb mehr in 27356 Borchel bei Rotenburg (Wümme)

(Borchel) Das beliebte Melkhus von Ivonne Junck und ihrer Familie vor den Toren Rotenburgs hat seinen Betrieb aus familiären Gründen mit Beginn dieser Saison eingestellt. „DANKE“ Familie Junck für eine tolle Zusammenarbeit und für das stete Engagement in Sachen ländlicher Tourismus.  Für die großen und kleinen Radler gibt es aber genug Ausweichmöglichkeiten, denn spätestens ab dem 1. Mai haben insgesamt elf Melkhüs im Landkreis Rotenburg (Wümme) ihre Türen wieder geöffnet.

Hintergründe zur Schließung des Melkhus Borchel im Interview mit Ivonne Junck, ehemalige Melkhus-Dame aus Borchel:

Frau Junck, Sie sind von Anfang an dabei gewesen. Was hat Sie damals veranlasst ein Melkhus zu betreiben?

I.J.: Ich hatte immer Freude daran, mit Menschen in Kontakt zu kommen, und ich wollte gern den Besuchern die Landwirtschaft und die Vielfalt unserer Produkte näher bringen. Ich habe mich damals von Beginn an im Melkhusverein sehr für die Melkhüs im Landkreis Rotenburg engagiert. Dies hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Nach acht Jahren Melkhus stellen Sie den Betrieb ein. Was sind die Gründe hierfür?

I.J.: Das Melkhus steht und fällt mit dem Einsatz der Landwirtsfrau. Dies stellte für mich immer eine Zerreißprobe zwischen dem Melkhus, meiner Familie und den noch recht kleinen Kindern und unserem landwirtschaftlichen Betrieb dar. Ich wollte für alle und alles da sein, was ich natürlich während der Melkhussaison nicht schaffen konnte. Hinzu kam, dass ich nach der Elternzeit gern wieder in meinen gelernten Beruf zurückkehren möchte. Ich habe mich nach langem Ringen für die Familie und den Beruf entschieden.    

Was war das Besondere an dem Melkhusbetrieb? Welche schönen Erlebnisse blieben im Gedächtnis?

I.J.: Jedes Melkhus hat einen eigenen Stil. Unsere Gäste sagten immer wieder, dass sie die frischen Produkte unter den großen Bäumen in unserem ruhigen Hofgarten sehr genossen haben. Mein Mann und ich haben gern den persönlichen Kontakt zu den Gästen gesucht, unseren Hof gezeigt und moderne Landwirtschaft erklärt. Es gab viele schöne Erlebnisse, aber am meisten haben wir uns über die Kinder gefreut, die nach anfänglicher Angst, glücklich und staunend Kontakt zu unseren Tieren aufnahmen. Deshalb werden wir auch weiterhin Hofführungen für Gruppen nach Absprache anbieten.

Was werden Sie vermissen?

I.J.: Ich werde meine vielen, lieben Gäste und die Gespräche mit diesen vermissen. Und mein Mann vermisst nun schon seinen täglichen Probierquarkbecher.

Worauf freuen Sie sich?

I.J.: Auf die gewonnene freie Familienzeit, die leider immer zu kurz kam, und auf meine neuen beruflichen Aufgaben. Und vor allem freue ich mich, nicht mehr jeden Sonntag um 5.00 Uhr morgens aufstehen zu müssen, um Kuchen zu backen, sondern nunmehr mit der Familie gemeinsam etwas später zu frühstücken.

Abschließend möchten wir uns gern bei unseren lieben und treuen Gästen für die sehr vielen schönen Momente bedanken.

 

Weitere Infos zum Melkhus-Projekt finden Interessierte unter www.melkhus-row.de.